Tag 33-34 - Burgos/Santander/Nationalpark Los Picos de Europa - Fahrradpause
Erstmal vorab: Ich habe meine Route nochmal geändert, ich weiß gerade nicht, ob ich das hier schon erwähnt hatte. Nachdem ich den Plan verworfen hatte, den Camino an der Küste entlangzufahren, wollte ich eigentlich nur bis Burgos auf dem Jakobsweg sein und dann über Valladolid und Salamanca Richtung Lissabon. Da es dort aber weder Campingplätze noch Fahrradrouten gibt und es mir auf dem Jakobsweg grundsätzlich echt gefällt, habe ich mich dazu entschieden, bis Santiago de Compostela durchzufahren und dann über Porto die Küste entlang nach Lissabon. Das bedeutet zwar mehr Kilometer (ich werde wahrscheinlich am Ende bei ca. 3800 landen), aber auch, dass Camping wieder möglich ist, ich das Meer jeden Tag sehe und dass es Fahrradrouten gibt.
Wie man es vielleicht mittlerweile gemerkt hat, heißt Pausentag bei mir nur Fahrradpause und nicht auch Bewegungspause. Es ist aber auch schwierig, ständig an neuen, interessanten Orten zu sein und dann die Füße stillzuhalten. Für die Zeit in Burgos hatte ich mir wieder ein Auto gemietet, da sowohl der Strand als auch der Nationalpark Los Picos de Europa in 2-3 Autostunden erreichbar waren (und die Fahrt macht mir nichts, ich sitze täglich so viele Stunden auf dem Rad um von A nach B zu kommen, da machen mir die 4-5h Autofahren am Tag sogar Spaß).
An Tag 33 habe ich zunächst das Highlight in Burgos besichtigt: Die Kathedrale. Sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und wird von vielen als schönster gotischer Sakralbau überhaupt bezeichnet. Tatsächlich ist das Innere sehr prunkvoll gestaltet.
Ich habe mich hier aber nicht sonderlich lange in der Kathedrale aufgehalten, weil ich zum Meer wollte. Mein erster Stopp war die kantabrische Stadt Santander, direkt am Meer gelegen.
Danach bin ich nach Somo zum Surfen gefahren, etwa 30 min von Santander entfernt. Halb Spanien war ebenfalls in Somo, ich habe keinen Parkplatz finden können und dachte schon, die Surfstunde würde ins Wasser fallen (lol). Ich habe in der Surfschule angerufen, tatsächlich hatte ich mich in der Zeit vertan und noch eine Stunde länger Zeit für die Parkplatzsuche. Die habe ich auch gebraucht. Als ich dann endlich einen Parkplatz gefunden habe, bin ich freudig Richtung Strand gelaufen.
Dort war es wie gesagt sehr voll, im Wasser beim surfen ging es aber. Ich habe wieder viel gelernt und hatte unfassbar viel Spaß dabei. Ich war echt richtig gut gelaunt nach dem Surfen (vorher war die Laune eher so mäßig muss ich gestehen, was auch daran lag, dass ich mir den Tag zu voll gepackt hatte und so etwas wie Stress verspürt habe). Kurz habe ich überlegt, einfach in Somo zu bleiben und am nächsten Tag wieder zu surfen und mich geärgert, dass ich meine Übernachtungssachen und mein Zelt nicht vorsichtshalber ins Auto gepackt hatte. Nach einigem Überlegen habe ich mich aber dazu entschlossen, zurück zu fahren, weil ich trotz der heißen Temperaturen unbedingt den Nationalpark sehen wollte, wenn ich schon mal in der Nähe war. Zum Surfen werden sich in insgesamt sechs Wochen Portugal danach noch genug Gelegenheiten ergeben und wer weiß, wann ich das nächste Mal in den Nationalpark fahren kann.
Ich habe mir vorgenommen, um 6 Uhr morgens loszufahren, das aber nicht ganz geschafft. Immerhin saß ich gegen 7 im Auto und war nach einer Frühstückspause und erneuter Parkplatzsuche ready für die Wanderung. Da es im Laufe des Tages 37 Grad werden sollten (und auch wurden), habe ich mich gegen viele Höhenmeter und für die bekannte „Ruta de Cares“ entschieden. Man wandert einen Pfad entlang durch eine Schlucht (aber relativ weit oben), immer dem Laufe des Flusses nach. Die Natur war wirklich überwältigend schön. Ich weiß, ich habe schon ein paar Fotos auf Instagram gepostet, aber hier auch nochmal:
Auf dem Weg gab es viele Ziegen, die zu einem kamen und den salzigen Schweiß von den Beinen lecken wollten 😅 Hat mich im ersten Moment etwas irritiert.
Es wurde dann immer heißer und es gab nicht viel Schatten auf dem Weg. Da ich nicht so sensibel auf Hitze reagiere und mich noch fit gefühlt habe, habe ich mich dennoch dazu entschieden, den ganzen Weg zu gehen - hierbei handelte es sich nicht um einen Rundweg, sondern man musste 12km hin und 12km zurücklaufen. Bei der Halbzeit habe ich eine Rast am Fluss gemacht, in dem viele Leute sich abkühlten.
Auf dem Rückweg habe ich dann einen Helikopter kreisen sehen und kurz darauf auch die Ursache gefunden - eine Frau hatte wohl Kreislaufprobleme aufgrund der Hitze und von dem Pfad kam man nicht anders weg als mit dem Helikopter. Es war wie gesagt wirklich sehr heiß und wohl nicht der beste Tag für eine Wanderung. Ich bin aber unbeschadet zurück zum Auto und wieder zurück zum Airbnb gefahren und erschöpft ins Bett gefallen.
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