Tag 8/9 - Montholier bis Crêches-sur-Saône, insg. 200km

Ich war fast ein bisschen traurig, als ich in Montholier losgefahren bin, da ich dort wie gesagt eine wirklich gute Zeit hatte. An Tag 8 ging es eigentlich nur darum, Strecke zu machen. Sehenswürdigkeiten entlang der Route gab es nicht wirklich. Deshalb habe ich einen kleinen Umweg genommen, um mir wenigstens Beaune kurz anzuschauen.

Nur um zu verdeutlichen, dass dort wirklich gar nichts war: Die auf der Karte eingeblendete „Stadt“ Seurre hat laut Wikipedia 2310 Einwohner. Mein Eindruck auf der Strecke: Hier wird deutlich mehr gestorben als gelebt. Ich habe die Fahrt nicht besonders genossen, da es zum einen wieder richtig windig war und ich mich zum anderen ständig der schwierigen Wahl stellen musste: matschiger, kaum befahrbarer Feldweg - oder Schnellstraße, auf der die Autos und LKWs mit 100km/h an mir vorbei rauschen. Da ich ein ungeduldiger Mensch bin, habe ich mich für letzteres entschieden und lieber mein Leben aufs Spiel gesetzt (nein, keine Sorge Mama, nur ein Scherz, aber aufpassen muss man schon). Ca 75km habe ich kaum Menschen gesehen - und Internet gab es teilweise auch nicht.

In Beaune angekommen, habe ich mich erstmal in den Park gesetzt und ausgiebig gerastet und bin danach noch ein bisschen durch die Stadt spaziert.

Das nächste Stück ging es durch die Weinberge von Burgund. Der Tag wurde also besser. Highlight war dann der Abend - ich wurde herzlich von den Söhnen meiner Gastgeberin (Cecile) empfangen und habe mich mit ihnen unterhalten (mal wieder nur französisch möglich). Nachdem ich mein Zelt aufgebaut hatte und Cecile auch zuhause angekommen war, wurde ich zum Abendessen eingeladen. Da Cecile auch sehr umweltbewusst ist und kaum Fleisch isst, war das mit dem vegan-sein hier kein Problem. Wir saßen noch eine Weile zusammen und ich habe an diesem Abend gefühlt mehr französisch gelernt, als in einem Jahr in der Schule. Als die Kühe endlich aufgehört haben, zu muhen, konnte ich dann auch gut schlafen (die haben wirklich dauerhaft gemuht, ich hoffe, bei denen war alles ok).

Am nächsten Tag war die Tour deutlich schöner. Nach einer ersten Rast in Chalon-sur-Saone - bei der ich mir unter anderem die ersten Tomaten der Saison aus Ceciles Garten einverleibt habe - ging es an vielen schönen Orten, Klöstern und Schlössern vorbei.

Chalon-sur-Saône 

Taizé (Pilgerort, die Knechtstedener kennen es)

Cluny - das Kloster war wirklich beeindruckend!


Kurz hinter Cluny ging es dann noch durch den Tunnel du Bois Claire, einen 1,6km langen Fahrradtunnel (wohl zweitlängster der Welt und längster in Frankreich). Darin war es trotz Lichtern an der Seite stockduster. Es wurde ein bisschen besser, als ich meine Sonnenbrille abgenommen habe 😅 

Gegen Abend habe ich dann mein Ziel, einen Campingplatz in Crêches-sur-Saône am Fluss erreicht. Hierzu gibt es nichts besonderes zu berichten, es handelte sich einfach um einen simplen Ort, um einen günstigen Zwischenstopp auf dem Weg nach Lyon zu machen. 


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