Die Vorbereitungen laufen
… und sind umfangreicher als gedacht. Ständig fallen mir weitere Sachen ein, die noch erledigt werden müssen. Perfekt vorbereitet sein kann man vermutlich eh nicht.
1. Ausrüstung
Zu Beginn hatte ich nicht mal das Fahrrad für die Reise. Ich musste mir zudem überlegen, welche Art von Taschen ich mitnehme und was ich so zum campen brauche.
Ich habe mich für ein Gravelbike entschieden, da ich auch nach der Tour noch sportliche Ausflüge damit machen möchte. Das Rad musste straßentauglich sein, nicht zu teuer, aber trotzdem nicht zu schwer. Ich habe nicht ganz so viel Ahnung von Fahrrädern, aber eine Weile recherchiert und mich dann für den „Klassiker“ Cube Nuroad FE entschieden.
Bei den Taschen habe ich mich gegen das typische Bikepacking Setup mit Rahmentasche und der sog. „Arschrakete“ entschieden und stattdessen Taschen für Vorder- und Hintergepäckträger gekauft. Das ist dem geschuldet, dass da einfach mehr reinpasst. Ich bin sechs Wochen alleine mit Campingausrüstung unterwegs, die ich nicht aufteilen kann - das wäre einfach zu wenig Stauraum gewesen. Für hinten habe ich mir zwei Ortliebtaschen gegönnt, für vorne habe ich mir etwas günstigere von acid (cube-Marke) gekauft. Für Portemonnaie, Riegel, etc. habe ich mir außerdem noch eine kleine Rahmentasche besorgt.
So sieht das Ganze dann aus.
Und was nehme ich jetzt alles mit? Wie gesagt, ständig fallen mir noch Sachen ein. Auf dem Bild sieht man aber schon halbwegs vollständig, was nicht fehlen darf.
Fahrradklamotten, normale Klamotten (sehr begrenzte Auswahl für sechs Wochen, muss alle paar Tage waschen), Handtücher, Regenjacke + -hose, Rucksack, Campingausrüstung (Zelt, Isomatte, Schlafsack, aufblasbares Kissen, Campingkocher, CEE-Stecker), ein bisschen Essen, für den "Notfall", Hygieneartikel (neben Zahnbürste etc. insbesondere Sonnencreme, Insektenschutz, Waschmittel), Taschenmesser, Erste-Hilfe-Set, Sachen zum Reparieren (Multi-Tool, Ersatzschläuche, Flickzeug, Gafa, Fahrradpumpe), Powerbanks, kindle zur Unterhaltung, Reisetagebuch.
2. Bürokratie
Natürlich musste auch viel organisatorischer Kram im Vorfeld geregelt werden. Arbeitslosmeldung beim Arbeitsamt (jedenfalls bis zu Beginn der Reise), Krankenversicherung in Deutschland (auch wenn ich nicht hier bin - versichert sein muss man ja trotzdem), Auslandskrankenversicherung, Befreiung von der Kanzleipflicht bei der Rechtsanwaltskammer und Kommunikation mit dem Versorgungswerk der Rechtsanwälte bezüglich der Beiträge. Auch wenn mein Verdienst während meiner Abwesenheit 0€ beträgt, muss man mit ca. 350€ für Auslandskrankenversicherung, inländischer KV und Versorgungswerk im Monat kalkulieren (das sollte man also im Hinterkopf behalten, wenn man bspw. zwischen zwei Jobs eine Weile reisen möchte).
Wenn man ALG I bezieht, übernimmt die Agentur für Arbeit die Beiträge in der KV und vom Versorgungswerk. Allerdings muss man dort jede Abwesenheit melden - ist man länger als drei Wochen weg, verliert man alle Ansprüche.
3. Tour festlegen
Die ungefähre Route hatte ich mir schon länger überlegt. Dabei war mir wichtig, dass ich nicht durch die Pyrenäen fahren muss, dass ich nicht während der Sommerhitze durch Südspanien fahre und auch generell wollte ich Berge und Hügel eher vermeiden. Meine genaue Route hängt letztendlich von den Campingmöglichkeiten ab, aber der grobe Plan ist folgender (ohne dass ich jetzt immer mitten durch die Städte fahre, aber wenn ich die umliegenden Dörfer aufzähle, kennt das ja kein Mensch):
Frankfurt - Straßburg - Lyon - Montpellier - Toulouse - San Sebastian - Gijón - Santiago de Compostela - Braga - Porto - Lissabon
4. Probefahrt
Mir war es wichtig, vor der Reise mal eine Probefahrt mit vollem Gepäck zu machen, um zu wissen, wie ich die Sachen am besten verteile, ob ich mit dem Gewicht klarkomme, doch noch etwas zuhause bleiben muss oder ob ich meine Kilometerzahl pro Tag evtl. nochmal anpassen muss (bisher geplant sind ca. 100-120km pro Tag mit 1-2 Pausentagen pro Woche). Ich habe also alle Taschen gepackt, ans Fahrrad gehängt und mich auf den langen Weg nach Offenbach gemacht (hatte nicht viel Zeit an dem Tag, bin daher nur so 40km gefahren). Es war schon etwas gewöhnungsbedürftig mit den Vordertaschen, da man beim Lenken ein bisschen eingeschränkt ist. Diese werde ich daher versuchen, so leicht wie möglich zu packen. Insgesamt hat es sich mit dem Gepäck ein bisschen so angefühlt, also würde man eBike ohne Unterstützung fahren, wobei man aber wohl etwas schneller war (ich glaube, mein Schnitt waren ca. 27km/h).
5. Verabschieden
In den letzten Tagen hat das große Verabschieden schon ein bisschen angefangen und ich war viel unterwegs (Köln, Heidelberg, Bamberg). Ich versuche, meine Freunde alle nochmal zu sehen, bevor ich dann ca. ein halbes Jahr weg bin - dementsprechend sind meine Tage extrem vollgepackt, auch wenn ich nicht mehr zur Arbeit gehen muss. Es wäre evtl. doch einfacher gewesen, eine Abschiedsparty zu machen und alle auf einmal zu sehen, aber so kann ich mich wenigstens nochmal mit allen gescheit unterhalten. Ich muss mich allerdings nicht nur von meinen Freunden, sondern auch von meinen Hobbies für ein halbes Jahr verabschieden - es kann zwar sein, dass ich auf dem Weg irgendwo mal Fußball spielen kann - Tennis, Gitarre und Klavier wird aber doch eher schwierig. 😢 Naja, ein halbes Jahr geht schnell vorbei und so habe ich auch hier in FFM (und in Berlin) sehr viele Sachen, auf die ich mich freuen kann, wenn ich zurück bin.
Der nächste Post könnte schon das erste Update von der Tour sein!
Bis bald und LG
Lotte
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